Kompolize

 

Internationaler Kompositionswettbewerb des Lietzeorchester e.V. Berlin
in Zusammenarbeit mit psophos

13. Kompolize Winter 2018

Die Jury des Lietzeorchesters hat entschieden: Preisträgerin des 13. Kompositionswettbewerbs Kompolize Sommer 2018 ist Kübra Aytulun mit ihrem Werk Sanrι (2017). Die Uraufführung durch das Lietzeorchester findet am 29. Juni 2018, 20 Uhr, in der Auenkirche in Berlin-Wilmersdorf und am 7. Juli 2018, 20 Uhr, im Konzertsaal der Universität der Künste (Hardenbergstraße) statt.

Kübra Aytulun wurde 1992 in Ankara geboren. Nach ersten musikalischen Erfahrungen als Chorsängerin wurde sie 2010 an der Fakultät für Kunst und Design der Yaşar Universität in Izmir im Fach Klavier aufgenommen, wo sie bei Esra Kalkanoǧlu Mamaç studierte. Nach drei Jahren wechselte sie ins Fach Komposition und setzte ihre Studien bei Prof. Mehmet Can Özer fort. Nach ihrem Abschluss besuchte sie Meisterkurse in Komposition bei Vincenzo Palermo und in Dirigieren bei Giuseppe Cataldo. Seit 2015 studiert sie am Staatskonservatorium der Universität Başkent in Ankara im Masterstudiengang Komposition bei Prof. Dr. Murat Yakιn.

Über ihr Werk schreibt Kübra Aytulun:

Sanrι ist das türkische Wort für Halluzination. Halluzinationen sind bekanntlich Wahrnehmungen von Dingen oder Stimmen, die gar nicht existieren. Spektrale Töne, die als Motive in Fünfer-Formationen erscheinen und wieder verschwinden, repräsentieren die Halluzinationen eines schizophrenen Patienten.

In diesem Werk unternehme ich den Versuch, klassische und spektrale Materialien gemeinsam zu nutzen. Die Spektralmusik (Musique spectrale) arbeitet mit den Obertönen von Klängen und Geräuschen. Ich nutze die Spektren aufgenommener Klänge eines Lithophons (wie ein Xylophon, nur mit abgestimmten Klangsteinen), so wie sie sich mittels Computer analysieren, visualisieren und modifizieren lassen. Diese modifizierten Klänge dominieren das Stück.

Die rasche technologische Entwicklung bietet auch für die Kunst neue Mittel und Wege. Im 20. Jahrhundert haben sich die Möglichkeiten von Aufnahmen, von elektronischer Analyse aufgenommener Klänge und ihrer digitalen Verarbeitung vervielfacht und sind aus der zeitgenössischen Musik nicht mehr wegzudenken. Während mich die Technologie begeistert, sind es die modifizierten Klänge, die mich zutiefst berühren. Mein Ziel war es, mit Hilfe meines Professors Dr. Murat Yakιn die durch Computeranalyse erhaltenen Klangspektren auf traditionelle Instrumente zu übertragen.

Kompolize

Die Ausschreibungstexte finden Sie als pdf hier in deutsch, français und english.

Der internationale Kompositionswettbewerb Kompolize von psophos und dem Lietzeorchester e.V. Berlin gibt zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten Gelegenheit, ihre Werke einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und Erfahrungen mit einem großen symphonischen Klangkörper zu sammeln. Teilnahmeberechtigt sind neue Werke, die die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Maximalbesetzung: Symphonie-Orchester (3.3.3.3-4.3.3.1, timp, perc, str). Die Annahme bzw. Aufführung von Werken mit einer darüber hinausgehenden Besetzung (etwa Solist(en), größere Bläserbesetzungen, Live-Elektronik etc.) ist nach Absprache möglich.
  • Die Dauer des eingereichten Werkes muss zwischen 5 und 15 Minuten liegen.
  • Außermusikalische Inhalte, Programme oder Texte, die der Komposition zugrunde liegen, sind bei der Einreichung anzugeben.
  • Die Partitur muss in DIN A3 oder DIN A4 vorliegen. Schlecht lesbare (z.B. zu klein gedruckte) Partituren werden nicht zum Wettbewerb zugelassen.
  • Die Komposition darf noch nicht uraufgeführt worden sein. Bis zur Uraufführung darf es zu keiner (Vor-) Aufführung kommen. Der Aufführung entgegenstehende Rechte Dritter gegenüber dem Orchester dürfen nicht bestehen.
  • Die musikalischen und spieltechnischen Anforderungen der Komposition müssen den Möglichkeiten eines ambitionierten Amateurorchesters entsprechen. Die Entscheidung fällt vorbehaltlich der Prüfung der Spielbarkeit.
  • Die Kontaktaufnahme zum Künstlerischen Leiter oder zu Musikern des Lietzeorchester e.V. Berlin im Zusammenhang mit einer Einreichung führt zum Ausschluss vom Wettbewerb.
  • Jeder Teilnehmer kann je Ausschreibung höchstens ein Werk einreichen. Ein Werk kann bei maximal zwei Ausschreibungen eingereicht werden.
  • Mitglieder des Lietzeorchester und deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Im Fall der Nominierung ist von der Komponistin bzw. dem Komponisten gut lesbares und spielfähiges Stimmenmaterial als Druckvorlage bereitzustellen. Partitur und Stimmen müssen genaue Eintragungen für Dynamik und Phrasierung, Taktzahlen und Musizierbuchstaben enthalten. Leihgebühren für bereits verlegte Noten dürfen nicht entstehen. Mit der Einsendung eines Werkes werden folgende Bedingungen akzeptiert:

  • Einverständnis mit der Aufführung des Werkes im Konzert des Lietzeorchester e.V. Berlin und mit einem Konzertmitschnitt.
  • Anwesenheit der Komponistin / des Komponisten bei einer Probe und einem Konzert (Reise- und Übernachtungskosten werden nicht erstattet).
  • Bereitschaft, im Programmheft eine Werkeinführung zu geben.
  • Einverständnis mit der digitalen Versendung der einzelnen Stimmen an die Orchestermusiker.
  • Die Kommunikation erfolgt in Deutsch oder Englisch.

Teilnahmeberechtigt sind alle lebenden Komponistinnen und Komponisten. Die Einsendungen werden von psophos gesammelt, anonymisiert und einer Jury vorgelegt, die sich aus aktiven Mitgliedern des Lietzeorchester e.V. Berlin zusammensetzt. Eingesandte Materialien werden nicht zurückgegeben.

Bisher haben verhältnismäßig wenige Komponistinnen an Kompolize teilgenommen. psophos und das Lietzeorchester würden sich sehr über weitere Preisträgerinnen freuen und rufen daher insbesondere Komponistinnen auf, ihre Werke einzureichen.

Einsendeschluss für den 15. Wettbewerb ist der 28. Oktober 2018. Die Gewinnerin / der Gewinner wird Mitte Dezember 2018 bekannt gegeben. Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Uraufführung des ausgewählten Stückes findet im Juli 2019 in Berlin statt.